Stufenweise Reduzierung der fluorierten Treibhausgase (F-Gas-Verordnung)

  • Die F-Gas-Verordnung der EU ist am 1. Januar 2015 in Kraft getreten. Die Verordnung beinhaltet eine schrittweise FKW-Reduzierung zwischen 2015 und 2030 mithilfe einer Quotenregelung und sektorspezifischen Verboten von Kältemitteln mit hohem GWP. Vor allem R404A/R507 steht im Fokus und ein Ausstieg aus gewerblichen Anlagen ist sehr wahrscheinlich.

    Da die Verordnung gerade erst verabschiedet wurde, ist die Zukunft noch ungewiss. Danfoss verfolgt die Situation sehr genau. Wie auch andere Experten erwarten wir, dass mehr natürliche und andere Kältemittel mit niedrigem GWP verwendet werden. Dies geschieht durch Übergangslösungen, wie zum Beispiel 407A/F als Ersatz für R404A. Obwohl es sich nur um Übergangslösungen handelt, ist es wahrscheinlich, dass sie einige Jahre verwendet werden. Außerdem erwarten wir, dass neue Mischungen eine noch nicht vorhersehbare Rolle spielen werden.

    Sicher ist jedoch eine verringerte Verfügbarkeit und die damit einhergehende Preissteigerung von herkömmlichen FKW durch die Quoten. Dies führt zu einem Wandel in der Kälte- und Klimatechnik.

    Die schrittweise Reduzierung wird durch ein Quotenzuteilungssystem geregelt, das für eine abnehmende Versorgung von FKW sorgt und zu steigenden Kältemittelpreisen führt. 2018 wird ein kritisches Jahr hinsichtlich des Gleichgewichts von Nachfrage und Zuteilung.

     

  • HFC phase down (F-gas regulation)
  • Die neue F-Gas-Verordnung der EU beinhaltet außerdem ein Wartungsverbot für Anlagen mit einem Kältemittel mit einem GWP > 2500 (R404A/507):
    - Ausnahme für Füllmengen kleiner als 40 Tonnen CO{_>2<_}Äq (für R404A 10,2 kg)
    - Ausnahme für Temperaturen unter -50 °C
    - Ausnahme für militärische Anlagen

     

  • HFC Phase Down (F-gas Regulation)
  • Ab 2020 ist nur noch recyceltes Kältemittel mit einem GWP > 2500 für die Wartung zulässig. Ab 2030 ist keine Wartung mehr zulässig.

    Das bedeutet, dass verteilte R404A-Kälteanlagen in Supermärkten ab 2020 recyceltes R404A verwenden oder zu neuen Drop-in-Mischungen wie R407A/F wechseln können.

    Vorbefüllte Anlagen sind noch erlaubt. Ab 2017 gilt die Quotenregelung jedoch auch für in die EU eingeführte vorbefüllte Anlagen. Importeure benötigen eine Konformitätserklärung, die jährlich von einer unabhängigen Stelle geprüft werden muss. Wenn nicht hermetisch geschlossene Anlagen an Endverbraucher verkauft werden, ist nachzuweisen, dass die Installation von einem zertifizierten Unternehmen durchgeführt wird.

    Die Definition einer hermetisch geschlossenen Anlage entspricht weiterhin der Definition in der derzeitigen F-Gas-Verordnung. Ventile mit Kappen können verwendet werden, z. B. Serviceventile, Kugelventile oder TXV mit Einstellmöglichkeiten.

     

  • Häufigkeit der Leckageprüfung, Aufzeichnung und Berichterstattung

    Häufigkeit der Leckageprüfung:

    CO{_>2<_}Äq

    Jahr

    R-134a

    R-407C

    R-410A

    R-404A

    GWP: 1430

    GWP: 1770

    GWP: 2090

    GWP: 3920

    Nicht hermetisch geschlossene Geräte:

    Alle 12 Monate (alle 24 Monate, wenn ein Gaswarnsystem installiert ist)

    ≥ 5t

    2015

    3,5 kg

    3,0 kg

    3,0 kg

    3,0 kg

    2017

    3,5 kg

    2,8 kg

    2,4 kg

    1,3 kg

    Hermetisch geschlossene Geräte:

    Alle 12 Monate (alle 24 Monate, wenn ein Gaswarnsystem installiert ist)

    ≥ 10t

    2015

    7,0 kg

    6,0 kg

    6,0 kg

    6,0 kg

    2017

    7,0 kg

    5,7 kg

    4,8 kg

    2,6 kg

    Alle Systeme

    Alle 6 Monate (alle 12 Monate, wenn ein Gaswarnsystem installiert ist)

    ≥ 50t

    2015

    35 kg

    28 kg

    24 kg

    13 kg

    Alle Systeme

    In der Praxis alle 6 Monate aufgrund der Anforderungen des Gaswarnsystems (ab 2017 für Organic Rankine Cycle), sonst alle 3 Monate.

    ≥ 500t

    2015

    350 kg

    282 kg

    239 kg

    128 kg

     

  • Schulung und Zertifizierung

    Personal, das Installationen, Wartungen, Leckageprüfungen und Außerbetriebnahmen von Anlagen durchführt, benötigt eine Zertifizierung. Vorhandene Zertifikate behalten ihre Gültigkeit. Unternehmen, die die Aufgaben fremd vergeben, müssen sicherstellen, dass die Aufgaben von zertifiziertem Personal durchgeführt werden. In einem Land ausgestellte Zertifikate besitzen auch in allen anderen Ländern Gültigkeit.

     

  • Aufzeichnungen

    Eine Gerätewartung, bei der Kältemittel hinzugefügt oder entfernt wird, sowie eine Dichtigkeitsprüfung müssen von dem Anlagenbetreiber und dem Wartungsunternehmen aufgezeichnet werden.

    Die neuen Anforderungen für die Aufzeichnungen sind:
    - Beide Seiten müssen die Aufzeichnungen fünf Jahre lang aufbewahren.
    - In einigen Ländern werden die Aufzeichnungen durch Meldung an eine nationale Datenbank aufbewahrt.
    - In anderen Ländern sind wahrscheinlich Logbücher für die Anlagen und das Wartungspersonal ausreichend.

    Für Unternehmen, die FKW kaufen oder verkaufen, gelten ähnliche Anforderungen für die Aufzeichnungen.

     

  • Berichterstattung

    Der Import, der Export oder die Produktion fluorierter Gase muss an die Kommission gemeldet werden, wenn sich die Menge auf mehr als 100 Tonnen CO2-Äq pro Jahr beläuft oder eine Tonne F-Gas.

    Eine Meldung an die Kommission ist ebenfalls erforderlich, wenn Produkte auf den Markt gebracht werden, die mehr als 500 Tonnen CO2Äq pro Jahr enthalten. Dies entspricht:
    - 349,65 kg R134a oder
    - 282,49 kg R407C oder
    - 239,23 kg R410A oder
    - 127,55 kg R404A.

    Importeure müssen nachweisen, dass das Nebenprodukt R23 bei der Herstellung von FKW vernichtet wurde.

     

  • Kennzeichnung

    Ab 2017 müssen Kälte- und Klimaanlagen, Wärmepumpen sowie Organic Rankine Cycle (ORC) folgendermaßen gekennzeichnet werden:
    - Hinweis, dass das Gerät FKW enthält oder für den Betrieb benötigt
    - Kältemitteltyp
    - Kältemittelmenge, ausgedrückt in Gewicht und CO2-Äquivalent
    - GWP des Kältemittels
    Falls das Gerät hermetisch geschlossen ist, muss dies ebenfalls angegeben werden.
    Diese Informationen müssen auch in Bedienungsanleitungen und Werbeanzeigen aufgenommen werden. Behälter für FKW müssen wie oben gekennzeichnet werden. Außerdem muss angegeben werden, ob das FKW zurückgewonnen ist, vernichtet werden soll, für militärische Zwecke eingesetzt wird oder direkt exportiert wird.

     

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